Starke Realschulen sichern Bildungsqualität und Zukunft in Baden-Württemberg und Bayern

Download als PDF
  • Repräsentative Umfrage zeigt: ca. 80 Prozent der Menschen in Bayern und Baden-Württemberg sehen eine vielversprechende Zukunft von Realschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt
  • Vertreter aus Bildung und Politik diskutieren auf dem 3. Süddeutschen Realschultag unter dem Motto „Starke Realschulen sichern Qualität und Zukunft“

Die Realschule ist ein unverzichtbarer Bestandteil des erfolgreichen differenzierten Bildungswesens in Baden-Württemberg und Bayern. Diese Schulart steht für umfassende Chancen, eine Vielfalt der Übergänge ins Berufsleben und hohe Qualität. Der Fokus der Realschulen liegt auf der individuellen Förderung der Schüler und auf einer modernen, zukunftsgestaltenden Bildung, die Theorie und Praxis miteinander verknüpft. Um auch in Zukunft die hohe Qualität der Realschulausbildung beibehalten und die Schüler bestmöglich auf ihr späteres Leben vorbereiten zu können, ist es notwendig, die Realschulen weiter zu stärken – diese Botschaft senden der Bayerische Realschullehrerverband (brlv) und der Realschullehrerverband Baden-Württemberg (RLV-BW) gemeinsam mit Vertretern aus der Wirtschaft auf dem 3. Süddeutschen Realschultag in Ulm am heutigen Montag. Der brlv und der RLV-BW beziehen sich hierbei auf die von ihnen formulierten Forderungen zur Ermöglichung zukunftsfähiger Bildung in einer modernen Gesellschaft („Ulmer Forderungen der Realschullehrerverbände für zukunftsfähige Bildung in Baden-Württemberg und Bayern“ vom 29.05.2017).

Großes Vertrauen in die Realschulbildung in Bayern und Baden-Württemberg

Im Vorfeld des 3. Süddeutschen Realschultages wurden im Rahmen einer vom brlv in Auftrag gegebenen repräsentativen Forsa-Umfrage über 1.000 Personen in Bayern und Baden-Württemberg zum Thema „Qualitätssicherung und Ausbildung an Realschulen“ befragt. In Ulm werden die Ergebnisse der Forsa-Umfrage heute erstmals vorgestellt und diskutiert. Ein deutliches Resultat: Die Bevölkerung in Bayern und Baden-Württemberg steht klar an der Seite der Realschulen.

Die Umfrageergebnisse machen aber auch deutlich: Der unterschiedliche Umgang der politisch Verantwortlichen mit der Realschule, die politisch-ideologisch motivierten Veränderungen der Rahmenbedingungen und die in Baden-Württemberg fehlende Unterstützung in den vergangenen Jahren durch die bis 2016 regierende grün-rote Landesregierung führten zu Verunsicherungen unter der Bevölkerung und zu einer differenzierten Einschätzung der Zukunftschancen von Realschulabsolventen. Während in Baden-Württemberg 73 Prozent aller Befragten gute bis sehr gute Chancen für Realschulabsolventen auf dem Arbeitsmarkt sehen, schätzen die in Bayern Befragten diese Chancen mit 82 Prozent deutlich besser ein. „Hier ist die Politik eindeutig gefordert, der Realschule in Baden-Württemberg den entsprechenden und ihr gebührenden hohen Stellenwert einzuräumen“, so Jürgen Böhm, Landesvorsitzender des brlv sowie Bundesvorsitzender des VDR, und Dr. Karin Broszat, Vorsitzende des RLV-BW, übereinstimmend.

Einig sind sich die Befragten in Bayern und Baden-Württemberg bei dem Thema Digitalisierung: 93 Prozent aller Befragten empfinden es als wichtig (41 Prozent) oder sogar sehr wichtig (52 Prozent), dass den Schülern Kompetenzen sowie ein sinnvoller Umgang mit digitalen Medien im Unterricht vermittelt werden. Wichtige Grundlage dafür sind nach Meinung der Befragten modern ausgestattete Schulen (92 Prozent) sowie pädagogische Freiräume der Lehrer, um mit digitalen Medien im Unterricht arbeiten zu können (91 Prozent). Digitalisierung, Medienbildung und Demokratieerziehung sind untrennbar miteinander verbunden. So finden 89 Prozent der gefragten Menschen es sehr wichtig (48 Prozent) oder wichtig (41 Prozent), dass Schüler durch die Schule zur kompetenten Beurteilung aktueller politischer Fragen befähigt werden.

Die Menschen in Baden-Württemberg und Bayern unterstützen eindrucksvoll die Arbeit und die Forderungen der Realschullehrerverbände. „Man spürt – nicht zuletzt aufgrund der Umfrageergebnisse – das Vertrauen in die Realschulen, die Realschullehrkräfte, die Qualität des Realschulabschlusses und die realistischen Forderungen der Verbände. Wer sich diesen realistischen, in die Zukunft orientierten und auf die Bedürfnisse der jungen Generation orientierten Forderungen und Zielen entzieht, wer permanent an den Schulstrukturen ‚herumdoktert‘ und qualitativ bewährte Übergänge vernachlässigt, der spielt mit der Zukunft der Jugend und unseres Landes sowie dem Vertrauen der Menschen in die Politik“, so Böhm.

Hier finden Sie die Charts mit den detailliert aufbereiteten Ergebnissen der Forsa-Umfrage.

 

Der Süddeutsche Realschultag findet zum dritten Mal statt. In diesem Jahr steht die Frage im Mittelpunkt, wie durch qualitativ hochwertige Rahmenbedingungen Schüler bestmöglich auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet werden können. Vertreter aus den Bereichen Bildung und Politik tragen mit zahlreichen Fachvorträgen zur Veranstaltung bei. Höhepunkt der Veranstaltung ist die Ergebnispräsentation und Analyse der repräsentativen Forsa-Umfrage für den 3. Süddeutschen Realschultag sowie die anschließende Podiumsdiskussion über mögliche Lösungsansätze mit Landtagsabgeordneten der Länderparlamente Bayern und Baden-Württemberg. Organisatoren der Tagung sind der bayerische und der baden-württembergische Realschullehrerverband sowie der Verband Deutscher Realschullehrer.

 

Kontakt:

Bayerischer Realschullehrerverband (brlv)
Dachauer Str. 44a, 80335 München
Tel. 089 55 38 76, Fax 089 55 38 19
info@brlv.de, www.brlv.de                                             

Realschullehrerverband Baden-Württemberg (RLV-BW)
Landesgeschäftsstelle
Hermann-Lauer-Str.5, 74211 Leingarten
Tel. 07131 87 300 56, info@rlv-bw.de, www.rlv-bw-de

Verband Deutscher Realschullehrer (VDR)
Dachauer Str. 44a, 80335 München
Tel. 089 55 38 76, Fax 089 55 38 19, info@vdr-bund.de, www.vdr-bund.de

„Ulmer Forderungen der Realschullehrerverbände für zukunftsfähige Bildung in Baden-Württemberg und Bayern“ vom 29.05.2017

Die Realschule ist ein unverzichtbarer Bestandteil des erfolgreichen differenzierten Bildungswesens in Baden-Württemberg und Bayern. Diese Schulart steht für Chancen, Vielfalt der Übergänge ins Berufsleben und hohe Qualität. Der Fokus der Realschulen liegt auf der individuellen Förderung der Schüler, auf einer modernen, zukunftsgestaltenden Bildung, die Theorie und Praxis miteinander verknüpft.

Um die Realschulen in beiden Bundesländern weiter zu stärken und der Bildungspolitik in Baden-Württemberg die Notwendigkeit zukunftsfähiger Bildung in einer modernen Gesellschaft vor Augen zu halten, stellen die beiden Verbände bezugnehmend auf eine vom brlv in Auftrag gegebenen Forsa-Umfrage* folgende realistische Forderungen:

  1. 80 Prozent der Menschen in Bayern und Baden-Württemberg haben großes Vertrauen in die Realschulbildung in beiden Bundesländern. Realschulen eröffnen vielfältige Perspektiven und fördern die heranwachsende Generation umfassend. Nun gilt es, die Realschule als starken Pfeiler des differenzierten Bildungswesens weiter zu stärken und die Rahmenbedingungen an den Realschulen für die Herausforderungen der Zukunft weiter zu verbessern. Jeglichen Versuchen, die Realschulen durch ideologisch motivierte Schulstrukturveränderungen zu schwächen, erteilt die Bevölkerung beider Länder eine klare Absage.

 

  1. Bildung für die Zukunft in einer globalisierten Welt heißt, sich den digitalen Herausforderungen stellen: Schulen können sich dem Digitalisierungsprozess nicht entziehen – es geht nicht um das „Ob“, sondern um das „Wie“. 93 Prozent aller Befragten stehen hinter dieser Forderung und finden es wichtig oder sehr wichtig, dass den Schülern Kompetenzen sowie ein sinnvoller Umgang mit digitalen Medien im Unterricht vermittelt werden.
     
  2. Zur Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen benötigen die Schulen zeitgemäße Rahmenbedingungen:
  • eine moderne, in die Zukunft gerichtete (IT)-Ausstattung sowie moderne Netzwerkstrukturen und entsprechende bauliche Voraussetzungen (92 Prozent der Befragten sprechen sich hierfür aus)
  • entsprechende pädagogische Freiräume für die Lehrkräfte (91 Prozent), um diese verantwortungsvolle Aufgabe im Unterricht und bei der Vermittlung demokratischer Wertvorstellungen umzusetzen.

Demokratieerziehung, Medienbildung und Digitalisierung sind untrennbar miteinander verwoben.

* Für eine repräsentative Forsa-Studie im Vorfeld des 3. Süddeutschen Realschultages wurden über 1.000 Personen in Bayern und Baden-Württemberg zum Thema Qualitätssicherung und Ausbildung an Realschulen befragt.

Ihre Ansprechpartner

Pressesprecherin
Pressesprecherin

Judith Kadach
presse@brlv.de