Gesetzentwurf der Grünen zur Lehrerbildung im Landtag

Böhm: brlv lehnt die Einführung eines Stufenlehrers ab

Im Vorfeld der Beratungen im Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags zu den Vorstellungen der Grünen zur Änderung des Bayerischen Lehrerbildungsgesetzes äußert sich der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv), Jürgen Böhm, ablehnend und kritisiert die angedachten Maßnahmen. „Die Grünen stellen in ihrem Gesetzentwurf zwar zu Recht fest, dass es in unseren Schulen auf die Lehrkräfte ankommt, aber sie leiten daraus die falschen Schlussfolgerungen ab.“ So verweist der brlv-Vorsitzende insbesondere darauf, dass das Prinzip „für alle das Gleiche“ und damit eine Vereinheitlichung des Lehramtsstudiums der falsche Ansatz sei. „Ein sechs Semester und damit drei Jahre andauerndes Basisstudium Lehramt für alle Studierenden geht völlig an den unterschiedlichen Anforderungen von Gymnasium, Realschule oder Mittelschule vorbei“, so Böhm. Die bereits vorhandenen Basismodule an den Universitäten würden bereits einen ausreichenden polyvalenten Sockel bilden, damit sich die Studierenden noch orientieren können. Vielmehr komme es darauf an, die unterschiedlichen Profile der Schularten auch bereits zu Studienbeginn aufzuzeigen, denn man dürfe nicht vergessen, dass die meisten Studierenden lediglich das Gymnasium aus eigener Anschauung kennen würden. Das Ziel Realschullehrer zu werden und das spezifische Profil der Schulart sowie transparente Informationen über Einstellungsbedarfe kennenzulernen, müssten deshalb sichtbarer werden.

Mit Blick auf den Gesetzentwurf werde mehr als deutlich, dass es den Grünen im Kern um die Einführung eines Stufenlehrers gehe. Böhm dazu: „Wir lehnen einen Stufenlehrer, der an allen Schularten die Klassen 5 bis 10 unterrichten soll, klar und deutlich ab.“ Diese Ausrichtung werde zur Verwässerung der Profile aller Schularten führen und die erfolgreichen Wahlpflichtfächergruppen an der Realschule würden zwangsläufig an Qualität einbüßen. Es gehe um die Chancen der Jugendlichen in Wirtschaft und Verwaltung, aber auch in anspruchsvollen Ausbildungsberufen, in denen fundierte Kenntnisse im MINT-Bereich zwingend erforderlich seien, so Böhm. „Die bayerische Realschule schafft erst diese Grundlagen, und das können wir vor allem nur deshalb, weil unsere Lehrkräfte für diese Schulart perfekt ausgebildet sind.“ Deshalb appelliere man an alle Fraktionen im Bayerischen Landtag, nicht ohne Not den Erfolg Bayerns auf den Prüfstand zu stellen. „Wer die Lehrerbildung vom Kopf auf die Füße stellen will, sollte einen Blick in andere Bundesländer werfen und sich auch klar machen, dass es um konkrete Zukunftschancen der Schüler geht“, warnt Böhm und verweist darauf, dass der Freistaat in allen Vergleichstudien der letzten Jahre die vorderen Plätze belegt habe. Die nach Schularten differenzierte Lehrerbildung aufzugeben, werde es mit ihm nicht geben, denn diese bilde den entscheidenden Faktor für Bayerns bundesweiten Erfolg. Böhm wörtlich: „Der brlv lehnt die vorgeschlagenen Maßnahmen ab und setzt sich für realistische Anpassungen der differenzierten Lehrerbildung ein.“ Dazu werde der brlv in Kürze eigene Vorstellungen zur Lehrerbildung der Öffentlichkeit vorstellen.

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