brlv-PM 12/2026 am 08. September 2026

Die heute vorgestellten Ergebnisse der PISA-Studie sind ein erneutes Alarmsignal und markieren ein weiteres Ausrufezeichen hinter einer altbekannten Forderung: Es braucht eine bildungspolitische Leistungs- und Kompetenz-Trendwende! PISA untersucht zentrale Basiskompetenzen und fachübergreifende Fähigkeiten von 15-Jährigen und liefert damit wichtige Hinweise auf die Leistungsfähigkeit deutscher Schülerinnen und Schüler insgesamt. Die Ergebnisse dürfen jedoch nicht eins zu eins auf einzelne Schularten oder Bundesländer übertragen werden.

Äpfel nicht mit Birnen vergleichen

„Wer aus den deutschen PISA-Ergebnissen unmittelbar auf die tatsächlichen Leistungen und Kompetenzen bayerischer Realschülerinnen und Realschüler schließen will, greift zu kurz und vergleicht Äpfel mit Birnen“, betont brlv-Vorsitzender Ulrich Babl. „Die erhobenen Daten der internationalen Vergleichsstudie erlauben keine belastbare Aussage über die Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler einer einzelnen Schulart in Bayern, auch wenn wir uns eine solche Auswertung wieder wünschen würden. Laut Kultusministerium ist eine solche Auswertung aktuell nicht möglich. Für die Beurteilung der Leistungsentwicklung in den einzelnen Bundesländern sind daher vielmehr die länderspezifischen Erhebungen wie die IQB-Bildungstrends maßgeblich.

Ein Blick auf den jüngsten IQB-Bildungstrend zeigt dabei ein differenziertes Bild: Bayern gehört weiterhin zu den besten Bundesländern und die Kompetenzwerte in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik liegen über dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig haben sich aber auch hier die Ergebnisse verschlechtert.

Bayern auch Teil des Abwärtstrends

„Wir sollten uns nichts vormachen: Bayern gehört im Bundesländervergleich zwar weiterhin zur Spitze. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch im Freistaat die Leistungen kontinuierlich zurückgehen. Die vergangenen IQB-Ergebnisse haben diese Entwicklung bereits deutlich gemacht. Die aktuellen PISA-Ergebnisse führen nun vor Augen, dass wir es bundesweit mit einem fatalen Abwärtstrend bei den Basiskompetenzen zu tun haben. Klar ist auch: Die bayerischen Schülerinnen und Schüler können sich von dieser Negativentwicklung nicht abkoppeln. Unser Anspruch muss sein, dass die Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler insgesamt wieder steigen und die Kompetenzen sich verbessern. Der freie Fall muss gestoppt werden, wir brauchen die Leistungs- und Kompetenz-Trendwende jetzt!“, so Babl.

Diese gelingt vor allem durch gute und verlässliche Rahmenbedingungen für Lehrkräfte. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist eine vorausschauende Personalpolitik. „Die Staatsregierung hat mit ihrem Stellenstopp in diesem Jahr das völlig falsche Signal gesetzt. Die Schulen müssen die Voraussetzungen erhalten, damit sie an die Ursachen herangehen können: Leistungsbereitschaft fördern, Konzentrationsfähigkeit stärken, Freude am Lernen und die Lust auf Inhalte wecken. Das heute vorgestellte Maßnahmenbündel muss schnellstmöglich umgesetzt werden! Aber: Eine Trendwende kann nicht gelingen, wenn die gesellschaftliche Bedeutung von Bildung nicht auch außerhalb der Schulen wieder ins Zentrum rückt“, so Babl abschließend.