abl: Bayerische Lehrkräfte in der Corona-Krise – zwischen Homeschooling, Gesundheitsamt und Notbetreuung

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Bayerische Lehrkräfte pflegen aktuell mit viel Engagement die notwendige "Fernbeziehung" zu ihren Schülern und organisieren das schulische Arbeiten von zuhause aus. Darüber hinaus haben sich auch über 1.000 für einen Einsatz in den Gesundheitsämtern gemeldet und unterstützen dort in den nächsten Monaten die Arbeit. In den Osterferien wird zusätzlich die Notbetreuung an den Schulen aufrechterhalten. Walburga Krefting, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Bayerischen Lehrerverbände (abl), betont: "Bayerische Lehrerinnen und Lehrer leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der momentanen Krise und bestechen durch großen Einsatz und Engagement."

Notbetreuung in den Osterferien
Schülerinnen und Schüler, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind und auch während der Osterferien ihren Dienst leisten, werden in diesen beiden Wochen in der Schule durch ausgewählte Lehrkräfte betreut. Krefting weiter: "Sie erfüllen damit eine weitere wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gleichzeitig appellieren wir auch an unsere Kolleginnen und Kollegen, die Hygienevorschriften einzuhalten und sich und die Kinder zu schützen." Zugleich mahnen die abl-Lehrerverbände an, dass auch Kinder, die unter häuslicher Gewalt leiden, in die schulische Notbetreuung aufgenommen werden und Hilfe und Unterstützung von Schulpsychologen sowie Jugendsozialarbeitern an den jeweiligen Schulen erhalten.

Einsatz in den Gesundheitsämtern
Bereits letzte Woche waren bayernweit über 1.000 Lehrkräfte aller Schularten freiwillig einem Aufruf zur Unterstützung der Gesundheitsämter gefolgt. Aus diesen Bewerbungen werden nun hunderte in ganz Bayern für mehrere Monate bei Verwaltungstätigkeiten im Gesundheitsbereich helfen. "Wir sind überwältigt von so großem Engagement und so viel Solidarität. Gleichzeitig sind wir auch optimistisch, dass wir gemeinsam die Betreuungslücken, die durch die abgeordneten Kollegen an den Schulen entstehen, adäquat schließen können", zeigt sich Krefting überzeugt.

Keine Experimente mit Schulen
Einige Experten fordern, Schulen schnell wieder zu öffnen, um die Herdenimmunisierung zu beschleunigen. Solche virologischen Experimente sieht die abl kritisch. "Wann und in welcher Form die Schulen wieder öffnen, muss mit Bedacht und verantwortungsvoll gegenüber Schülern und Lehrern entschieden werden. Die Schule eignet sich nicht als Testfeld im Bereich der Pandemiebekämpfung", warnt die Präsidentin der abl, Walburga Krefting.

Ihre Ansprechpartner

Stephanie Neumeier
stephanie.neumeier@brlv.de