Zum Welttag der Logik - Bayerns Bildungspolitik im Logik-Check: brlv fordert mehr Vertrauen in Lehrkräfte, faire Rahmenbedingungen und realistische Erwartungen
brlv-PM 01/2026 anlässlich des Welttags der Logik am 14. Januar 2026
Bayerns Bildungspolitik im Logik-Check
„Es wäre nur logisch…“ - brlv fordert mehr Vertrauen in Lehrkräfte, faire Rahmenbedingungen und realistische Erwartungen
Am heutigen Welttag der Logik nimmt der Bayerische Realschullehrerverband (brlv) den bildungspolitischen Status quo im Freistaat in den Blick und formuliert klare Erwartungen an die verantwortlichen Akteure. Logik bedeutet, Zusammenhänge zu erkennen, Folgen vernünftig abzuwägen und Entscheidungen konsistent sowie verantwortungsvoll zu treffen. Genau daran mangelt es allerdings an der ein oder anderen Stelle.
brlv-Vorsitzender Ulrich Babl: „Es wäre nur logisch, dass Bildungspolitik sich an pädagogischer Vernunft orientiert und nicht an kurzfristigen Sparüberlegungen oder symbolpolitischen Debatten.“
Motivation statt Demotivation: Faire Arbeitsbedingungen sind kein Luxus!
Beamten-Bashing, Einschränkungen bei Teilzeitmöglichkeiten oder die verzögerte Übernahme von Tarifergebnissen wirken demotivierend und tragen ganz sicher nicht zur Zufriedenheit in einem ohnehin hoch fordernden Beruf bei. Lehrkräfte brauchen Verlässlichkeit, Wertschätzung und faire Rahmenbedingungen.
Der brlv fordert daher unmissverständlich: Es wäre nur logisch, auch in einem Jahr mit Stellenmoratorium verlässliche Wege zu schaffen, um allen qualifizierten Nachwuchskräften ein Einstellungsangebot zu unterbreiten und Sparmaßnahmen nicht auf dem Rücken der Bildung auszutragen. Investitionen ins Bildungspersonal sind Investitionen in Qualität, Stabilität und Zukunft!
Vertraut uns! Pädagogisch durchdachte Digitalisierung darf nicht ausgebremst werden
Es wäre nur logisch, dass eine pädagogisch fundierte Digitalisierung nicht unmöglich gemacht, sondern auch in Zukunft unterstützt wird. Die Einführung digitaler Endgeräte bereits ab der 5. Jahrgangsstufe erfolgte an vielen Realschulen bewusst, reflektiert und eingebettet in bestehende didaktisch-methodische Konzepte. Ziel war und ist ausdrücklich nicht die reine Technisierung des Unterrichts der Technisierung willen. Vielmehr soll neben dem Einsatz digitaler Endgeräte dort, wo es pädagogisch sinnvoll ist, ein frühzeitiger und verantwortungsvoller Aufbau digitaler Kompetenzen im Sinne einer altersgerechten Medienerziehung gewährleistet werden.
Der brlv spricht sich nach wie vor entschieden gegen eine pauschale Einschränkung der 1:1-Ausstattung auf spätere Jahrgangsstufen aus. Realschulen, die sich bereits für einen frühen Einstieg entschieden haben oder diesen künftig planen, müssen auch weiterhin die Möglichkeit haben, diesen Weg fortzusetzen.
Dazu brlv-Vorsitzender Babl: „Es wäre nur logisch, dass man Schulen vertraut, die ihre Digitalisierung pädagogisch verantwortungsvoll gestalten, statt funktionierende Konzepte wieder zurückzudrehen.“
Bitte realistisch bleiben: Schule kann nicht alle gesellschaftlichen Probleme allein lösen!
Es wäre zudem nur logisch endlich anzuerkennen, dass nicht sämtliche gesellschaftlichen Herausforderungen sofort und allein auf die Schule abgewälzt werden können. Die Erziehung zu grundlegenden Werten wie Respekt, Anstand und gewaltfreier Konfliktlösung beginnt im Elternhaus und ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Schulen können unterstützen, begleiten und verstärken, sie können diese Verantwortung jedoch nicht ersetzen.
Logisch ist in diesem Zusammenhang auch, dass das bloße, per „Top-down“-Vorgabe angeordnete Singen einer Hymne bei Zeugnisverleihungen weder nachhaltig ein „Wir-Gefühl“ erzeugt noch einen spürbaren gesellschaftlichen Impuls bei Bayerns jungen Erwachsenen auslösen wird. Vielmehr bedarf es eines konstruktiven Dialogs mit dem Kultusministerium und der gesamten Schulfamilie, um tragfähige und pädagogisch sinnvolle Lösungen zu entwickeln.
Suchtprävention braucht Differenzierung statt Symbolpolitik
Es wäre nur logisch, in der Prävention von Sucht- und Risikoverhalten nicht einseitig und öffentlichkeitswirksam eine einzelne Substanz wie Cannabis zu verteufeln, während andere gefährliche Süchte und Substanzen deutlich weniger Beachtung finden und in der politischen Kommunikation eine untergeordnete Rolle spielen. Auch Social-Media-Abhängigkeit, neuartige Nikotinprodukte, Alkoholmissbrauch, Vapes, „Legal Highs“, Lachgas, Energy Drinks oder Medikamente stellen massive reale und teilweise wachsende Gefahren dar, insbesondere für junge Menschen. Prävention muss ganzheitlich, differenziert und glaubwürdig sein.
Wertschätzung für die Leistung der Realschullehrkräfte
Eines jedenfalls ist logisch: Die bayerischen Realschullehrkräfte leisten Tag für Tag ihr Bestes in einer herausfordernden Zeit. Sie arbeiten engagiert, professionell und verantwortungsvoll unter zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen. Dafür verdienen sie Anerkennung, Vertrauen, Wertschätzung und Unterstützung, keine weiteren Einschränkungen, Kürzungen oder Mehrbelastungen und Lippenbekenntnisse zum Tag der Bildung in einer Woche.
Oder, wie es Landesvorsitzender Babl abschließend zusammenfasst:
„Es wäre nur logisch, Bildung als das zu behandeln, was sie ist: die wichtigste Investition in die Zukunft unseres Landes. Der heutige Tag wäre doch ein guter Anlass, einige bildungspolitische Entscheidungen auf den Logikprüfstand zu stellen und entsprechende Handlungskonsequenzen zu ziehen.“