abl-Stellungnahme: Entbeamtung für Lehrkräfte – eine überflüssige Diskussion
Pressemitteilung 01/26 der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl)
Die Vorsitzenden in der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände (abl) zeigen völliges
Unverständnis darüber, dass ausgerechnet das Bundesland Sachsen, das mit Bayern Spitzenleistungen
bei den innerdeutschen Ländervergleichstests erzielt, eine bundesweite Entbeamtung für Lehrkräfte fordert.
Michael Schwägerl (bpv), der soeben die abl-Präsidentschaft für 2026 übernommen hat, übt Kritik und mahnt an, die Dinge bis zum Ende durchzudenken:
„Eine Forderung dieser Tragweite auf Schüler- und Lehrer-Prognosen eines einzigen Bundeslandes zu setzen,
die weit über einen 10-Jahres-Zeitraum hinausgehen, ist mehr als verwegen. Man muss dazu nur die
Entwicklungen im Bildungsbereich der letzten 15 Jahre betrachten und die dazu vorausgehenden Prognosen.
Sicher ist dagegen, dass Debatten dieser Art der Attraktivität des Lehrberufs großen Schaden zufügen und
keine Wertschätzung für die Arbeit der aktiven Lehrkräfte darstellen. In einer Phase, in der viele Länder unter Lehrermangel leiden,
ist das mehr als kontraproduktiv. Bildung ist keine Kostenstelle, sondern die wichtigste Ressource unserer Gesellschaft und
die nachhaltigste Investition in die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen. Wir fragen uns zudem, ob angesichts
der aktuellen finanziellen Schwierigkeiten in Sachsen die Rechnung mit Blick auf die Kosten von Tarifbeschäftigten und
Beamten tatsächlich aufgeht. Pensionslasten eines Bundeslandes in Rentenlasten der Deutschen Rentenversicherung zu verwandeln,
stellt ein durchsichtiges Manöver dar nach dem Sankt-Florians-Prinzip ‚Verschon mein Haus, zünd andere an‘.
Es löst aber keines der vorhandenen Probleme, sondern verlagert sie und schafft neue.“
Vor diesem Hintergrund unterstützen die Vorsitzenden der abl-Mitgliedsverbände,Michael Schwägerl (bpv), Ulrich Babl (brlv), Pankraz Männlein (VLB) und Martin Goppel(KEG) das klare Bekenntnis der neuen Präsidentin der BMK, Kultusministerin Anna Stolz, zum Beamtentum:
„Bleiben Sie standhaft in dieser Frage. Ihre Rückendeckung setzt ein wichtiges und verlässliches Signal,
damit solche Diskussionen erst gar keinen Nährboden erhalten. Der Bildungsbereich braucht Debatten
und Lösungen in ganz anderen Bereichen und keine Lehrkräfte-Status-Diskussion.“
Über die abl:
In der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände arbeiten seit über 40 Jahren der brlv, der bpv, die KEG und der VLB erfolgreich zusammen und setzen sich für über 150.000 bayerische Lehrkräfte ein, die insgesamt rund 1,7 Mio. Schülerinnen und Schüler des in 22 Schularten differenzierten bayerischen Bildungssystems unterrichten.