Schulbeginn mit Realismus, Zuversicht und Sicherheit: Die Realschulverbände sehen große Herausforderungen für das kommende Schuljahr auf die gesamte Schulfamilie zukommen

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„Es ist wichtig, dass das neue Schuljahr mit einem Maximum an Präsenzunterricht startet und damit ein Stück weit Normalität in unsere Schulen einkehrt. Dabei müssen wir gemeinsam einen riesigen Spagat hinbekommen: Einerseits wollen wir, dass der Präsenzunterricht dauerhaft bestehen bleibt, andererseits ist es unabdingbar, dass wir die Gesundheit der Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte schützen. Daher fordern wir auch im weiteren Verlauf des Schuljahres realisierbare Maßnahmen vor Ort an den Schulen ein“, äußert sich Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands (brlv), stellvertretend für die drei Realschulverbände brlv, den Landeselternverband Bayerischer Realschulen (LEV-RS) und die Vereinigung Bayerischer Realschuldirektorinnen und Realschuldirektoren (VBR) zum Schuljahresanfang.

Die für die ersten neun Schultage eingeführte Maskenpflicht für weiterführende Schulen akzeptieren die drei Realschulverbände. „Allerdings muss die Maskenpflicht im Unterricht zeitlich befristet und regional begrenzt sein“, betont die LEV-RS-Vorsitzende Andrea Nüßlein. „Wir wollen möglichst schnell wieder zum normalen Schulalltag ohne Maske zurückkehren. Außerdem wünschen wir uns eine frühzeitige und transparente Kommunikation zwischen allen Beteiligten, um auch unter Corona-Bedingungen qualitativ hochwertigen Unterricht zu ermöglichen“, so Nüßlein.

Die Gesundheit der am Unterricht Beteiligten muss so gut wie irgend möglich geschützt werden. „Wir fordern realistische Strategien hinsichtlich der Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen, die sich vor Ort an den Schulen auch gut umsetzen lassen“, betont die VBR-Vorsitzende Ingrid Meggl. „Hier müssen die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt werden und alle technischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, um einen sicheren Unterricht zu gewährleisten. Gut ist, dass die Schulen vor Ort dabei flexibel und eigenverantwortlich agieren können“, sagt Meggl.

Zum neuen Schuljahr werden 770 Realschullehrkräfte neu an den staatlichen Realschulen auf Planstelle eingestellt. Zudem gibt es an den Realschulen rund 300 sogenannte Integrierte Lehrerreserven in Vollzeit, die das Stammpersonal an den Schulen unterstützen, um gerade in Notsituationen Unterrichtsausfälle zu vermeiden und zur individuellen Förderung der Realschüler beizutragen. „Damit sind wir in diesen Corona-Zeiten gut aufgestellt. Der in den vergangenen Jahren eingeforderte Einstellungskorridor für junge Realschullehrkräfte hat sich bewährt“, betont der brlv- Vorsitzende. Auch im Bereich der Referendare stabilisieren sich die Zahlen und steigen im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht an. „Es kommt nun darauf an, auch in den kommenden Jahren mit entsprechenden Weichenstellungen im Personalbereich die Realschulen in Bayern weiter zu stärken“, hebt Böhm hervor.

 „Wie bereits im vergangenen Schuljahr wird es Situationen geben, die wir vorher an den Schulen nicht erlebt haben. Eine Pandemie ist ein Ausnahmezustand. Wir müssen die Grenzwerte im Blick behalten, die Lage täglich und regional neu bewerten und entsprechend die einzelnen Handlungsschritte zeitlich klar definieren“, fasst Böhm zusammen.

Ziel sei, Unterricht mit hoher Qualität auch während der Corona-Pandemie zu bieten. „Unsere Realschulen sind gut auf das neue Schuljahr vorbereitet. Alle Schutzmaßnahmen müssen flexibel sein und regionale Entwicklungen berücksichtigen“, darin sind sich alle drei Verbandsvorsitzenden einig.

 „Das Schuljahr 2020/21 wird definitiv kein verlorenes Schuljahr sein. Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern einen guten Start in das neue Schuljahr und hoffen auf eine möglichst reibungslose Umsetzung der Maßnahmen“, betonen Nüßlein, Meggl und Böhm unisono.

 

(Bildquelle: pixabay)


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Politik

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